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Anfallsformen


Es gibt sehr viele Anfallsformen. Diese können einzeln auftreten oder sich untereinander mischen. Typisch für Dravet-Syndrom ist, dass sich Anfälle häufig nicht eindeutig zuordnen lassen.


Deshalb ist für Eltern nicht vorrangig wichtig, jeden Anfall richtig einzuordnen bzw. benennen zu können, sondern jeden Anfall genau zu beobachten.


Diese Punkte sollte man nach einem Anfall dem Neurologen beantworten können:


  • Dauer des Anfalls in Minuten

  • Wann wurden welche Medikamente in welcher Dosierung gegeben?

  • Bewusstsein: klar, verlangsamt oder nicht vorhanden

  • Muskeltonus: verkrampft, schlaff oder rhythmisch bzw. nicht rhythmisch zuckend

  • Welche Muskelgruppen sind wie betroffen? Zucken die Muskelgruppen evtl. in unterschiedlichem Rhythmus? Veränderte sich der Krampf im Verlauf? evtl. wenn möglich, Videoaufnahme während des Krampfes erstellen

     

Der Vorteil einer genauen Krampfbeschreibung ist, dass sich der Neurologe ein besseres Bild von den Anfällen machen kann und damit evtl. größere Chancen bestehen, ein geeignetes Medikament zu finden.


Die Anfallsformen werden laut der Internationalen Liga gegen Epilepsie (ILAE) unterschieden in:


Fokale Anfälle:

Das Anfallsgeschehen findet in einer umschriebenen Region der Hirnrinde statt. Nach fokalen Anfällen, können kurzfristige, vorübergehende Lähmungen der vom Krampf betroffenen Extremität auftreten. Diese Lähmungen können Minuten bis Stunden anhalten, sind aber immer komplett reversibel. Diese Lähmungserscheinungen werden Todd´sche Lähmung oder Todd´sche Parese genannt. Weiterhin gibt es multifokale Anfälle, die nur bei genauer Beobachtung von den klonischen generalisierten Anfällen unterschieden werden können. Bei einem multifokalen Anfallsgeschehen zucken die betroffenen Areale in unterschiedlichem Rhythmus bzw. in unterschiedlicher Stärke. Bei einem generalisierten klonischen Anfall zucken alle Extremitäten in gleichem Rhythmus und in gleicher Stärke. 


Generalisierte Anfälle:

Das Anfallsgeschehen findet im gesamten Hirn statt.


Es gibt hierbei verschiedene Anfallsqualitäten, die nicht nur in ihrer reinen Form auftreten, sondern auch kombiniert:


  • tonisch = verkrampfend

  • klonisch = rhythmisch zuckend

  • atonisch = schlaff

  • Absencen = kurzer Bewusstseinsverlust, kurzes Innehalten der Bewegung, danach Fortführen der vorherigen Tätigkeit

  • Myoklonien = plötzlich auftretend, kurze Dauer, keine Bewusstseinsstörung, gern symmetrisch auftretend (z.B. Schultergürtel beidseits)

 

Eine Ausführliche Einteilung der Anfallsformen finden Sie im „Log-in-Bereich“.